Die Kraft der Langsamkeit

Unsere Welt hat sich in den letzten Jahrzehnten mehr und mehr beschleunigt.
Trotzdem haben wir nicht mehr Zeit.

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Abbildung: Geralt, pixabay

Heute können wir Nachrichten in Sekundenschnelle verbreiten durch E-Mails und in Chats. Auch die Meldungen in sozialen Netzwerken werden im Sekundentakt verbreitet.
Wer früher Briefe verschickte, musste mindestens einen oder mehrere Tage auf Antwort warten.
Heute geht vieles schneller: Reisen, Essen (Fastfood), Lernen, befristete Sonderangebote…
Und viele Menschen wünschen sich auch die schnelle Entspannung für zwischendurch.
Entspannung to go.
Doch durch die allgemeine Beschleunigung können wir andererseits immer mehr Dinge in immer kürzerer Zeit tun. Durch moderne Technologien können wir dies auch immer effizienter tun. Und haben dadurch wieder weniger Zeit, als eigentlich wünschenswert wäre.
Denn es gilt als schick, stets einen vollen Terminplan zu haben. Manche vergleichen unsere heutigen Terminkalender schon mit einem modernen Sklaventreiber.

Langsamkeit dagegen ist verpönt, oder man gilt gar als faul. Doch zumindest zeitweise sollte man sich etwas Langsamkeit gönnen – zur Erholung und Entspannung, zum Ankommen in der eigene Mitte, die man in der Hektik des Alltags aus den Augen verloren hat.

Tipps zum Stressabbau

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Langsam und tief durchatmen
Das wirkt schnell und unmittelbar in stressigen Situationen aller Art. Am besten ca. 5 Sekunden lang einatmen, kurz den Atem anhalten und dann bis zu 10 Sekunden lang ausatmen. Falls es die Situation nicht zulässt, die Sekunden zu zählen, einfach so langsam und tief wie möglich atmen, ohne dabei zu hyperventilieren. Nicht ohne Grund rät man gern Menschen, die im Stress sind: „Erst mal tief durchatmen!“

Lachen
Auch Lachen hilft sehr gut gegen Stress, denn es setzt Endorphine, also Glückshormone frei. Interessanterweise sogar dann, wenn wir ohne „echten“ Anlass lachen, oder so tun als ob etwas lustig ist. Im Lach-Yoga wird dies ganz gezielt eingesetzt, denn es ist auch möglich zu lachen, wenn wir uns nicht amüsieren.
Der Körper reagiert selbst auf solch ein künstlich eingeleitetes Lachen positiv
und entspannt sich. Manche Menschen setzten gezielt auf Lustiges, z.B. sehen oder lesen sie gern Komödien, wenn sie krank sind und ihre Genesung beschleunigen möchten. Wissenschaftliche Studien sprechen dafür, dass dies tatsächlich möglich ist, weil Lachen und Humor sich auch positiv auf das Immunsystem auswirken kann.

 Getränke: Grüner Tee statt Kaffee
Sicher, es ist Geschmackssache, aber grüner Tee ist gesünder als Kaffee, da er weniger die Nerven angreift und sogar leicht beruhigend wirken kann. Aber Vorsicht: Auch hier gilt weniger ist mehr, denn auch grüner Tee enthält reichlich Koffein.
Allgemein ist es empfehlenswert viel zu trinken und dabei zuckerhaltige Getränke zu meiden.

Regelmäßiger Sport
Finden Sie eine Sportart, die Ihnen wirklich liegt und bleiben Sie am Ball, denn regelmäßiges Training kann Stress sehr gut abbauen. Nach dem Training fühlen sich die meisten Menschen wohlig-entspannt, außerdem hilft die Konzentration auf den Körper, Bewegungen und Muskel gut beim geistigen „Abschalten“. Ein weiterer Grund: Das Stresshormon Cortisol bringt Fettsäuren als Energiequelle ins Blut. Diese Fettsäuren werden allerdings durch das Training verbraucht, bevor sie im Körper gespeichert werden.

Gesunde Ernährung
Achten Sie auf Ihre Ernährung. Gerade in stressigen Situationen oder unter Zeitnot greifen viele Menschen oft zu „Nervennahrung“ oder ungesunden Fertigprodukten/Junk food. Gerade mit sehr fetthaltiger Kost belasten Sie Ihre Verdauung unnötig. Stark zuckerhaltige Lebensmittel treiben Ihren Blutzuckerspiegel rasant in die Höhe, lassen diesen aber bald wieder absinken, so dass Sie bald bereits wieder Hunger haben. Bereiten Sie sich z.B. für unterwegs oder für die Mittagspause gesunde Snacks zu, die wenig belasten, damit Sie sich nicht auch noch mit dem Essen Stress bereiten.

Ausreichend Schlaf
Wieviel Schlaf Sie benötigen, um gut ausgeruht zu sein, müssen Sie selbst herausfinden. Bei den meisten Menschen sind es zwischen sechs und acht Stunden. Stellen Sie Ihr persönliches Wohlfühllevel fest und richten Sie es so ein, dass Sie genügend Schlaf bekommen bzw. diesen nachholen, wenn es hin und wieder nicht anders möglich ist. Im Schlaf regeneriert sich der Körper von Grund auf und „tankt auf“.

Finden Sie für sich auch ein individuelles Ritual vor dem Einschlafen, wenn Sie damit Schwierigkeiten haben sollten. Dadurch verdeutlichen Sie Ihrem Körper, dass er sich nun bald auf das Schlafen einstellen kann. Verzichten Sie auf Arbeit am PC oder aufregende Filme direkt vor dem Schlafengehen. Das Flimmern des Bildschirm wirkt sich spätabends eher negativ aus, da der Körper nun eigentlich auf Dunkelheit „programmiert“ ist.

Bewusste Entspannung
Das geht mit vielen verschiedenen Entspannungsverfahren, z.B. Progressive Muskelentspannung nach Jacobson, Autogenes Training, Qi Gong, Tai Chi, Yoga, Meditation…Hier kommen Sie ganz gezielt zur Ruhe und lernen, Ihren Körper bewusster wahrzunehmen. Die meisten Entspannungsverfahren wirken sich positiv auf Körper, Geist und Seele aus und können teilweise auch psychosomatische Beschwerden lindern, z.B. Schlafschwierigkeiten, Rückenschmerzen, Nervosität oder Spannungskopfschmerzen. Und: Wer regelmäßig trainiert, ist auch bei zukünftigem Stress besser gewappnet.

Infoabend über Stress, Entspannung und die Progressive Muskelentspannung nach Jacobson

 

Viele Menschen sind im Dauerstress heutzutage: Es gibt hohe Anforderungen im Beruf, in der Schule, Ausbildung, dem Studium oder den “Spagat” von Müttern und Vätern zwischen beruflichen Verpflichtungen und den Bedürfnissen der Kinder und des Partners.
Stress kann auf Dauer zu (ständiger) innerer Anspannung, psychosomatischen und anderen gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen. Eine gute Balance von Aktivität und Ruhephasen bzw. auch gezielter Entspannung ist daher sehr wichtig für die Gesundheit.
Work-Life-Balance
An diesem kostenlosen Infoabend erfahren Sie:
— welche Auswirkungen Stress auf den Körper und Geist haben kann
— was Sie im Alltag dagegen tun können
— wie Sie mit progressiver Muskelentspannung nach Jacobson und anderen Entspannungsmethoden für einen guten Ausgleich sorgen können und für Ihre Gesundheit vorsorgen.

Montag, 9. Mai 18:30 – 20:00 Uhr
Veranstaltungsort:
Blauer Salon
Pestalozzistraße 24
22305 Hamburg-Barmbek

Bitte anmelden bei Andrea Kerlen: 040-67385932

Entspannung in unserer schnelllebigen Zeit

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Photo: creative commons, „Exercise“ by Sats

In unserer schnelllebigen Zeit folgt immer rascher ein Trend auf den nächsten.
Das gilt auch für Entspannungsmethoden, Wellness und Fitness.
Viele neue Trends kommen aus den USA, aber auch von anderen Orten.
Was mir so in den letzten Jahren im Fitness-Bereich begegnet ist: NIA, Zumba, Pilates, Kombinationen aus klassischem Yoga und Pilates (Yogalates) oder auch anderen Methoden, neuerdings Faszien-Training und jede Menge neue Yoga-Formen.
Und das ist nur ein kleiner Ausschnitt.

Einerseits ist diese Vielfalt wunderbar, da so jeder seine Lieblingsmethode entdecken und üben kann. Auf der anderen Seite habe ich das Gefühl, dass man hier mitunter die Qual der Wahl hat. Außerdem verschwinden viele Trend-Methoden oft schon nach wenigen Jahren wieder oder werden von anderen Trends abgelöst. Oder haben Sie zum Beispiel schon mal Aerobic oder Callanetics gemacht?

Eine Alternative zu den sich immer schneller abwechselnden Trends…

Autogenes Training, Progressive Muskelentspannung aber auch die Klassiker Meditation, Yoga, Qi Gong und Tai Chi sind schon seit Jahrzehnten (bzw. Jahrhunderten) bekannt und bewährt, außerdem gibt es vor allem für Progressive Muskelentspannung, Meditation, Autogenes Training und Yoga auch medizinische Studien, welche die Wirksamkeit dieser Methoden belegen. Es bleibt zu hoffen, dass wenigstens diese nachweislich wohltuenden, ganzheitlichen Methoden uns noch lange erhalten bleiben.

Die Kraft der Gedanken – wie wirkt das Autogene Training?

“Jeder Gedanke, der einzig und allein von unserem Geist Besitz ergriffen hat,
wird wahr für uns und hat das Bestreben, zur Tat zu werden.”
(Charles Richet, französischer Mediziner und Nobelpreisträger)

Das Autogene Training ist sehr einfach zu lernen: Man muss sich nur sieben (oder acht) Sätze merken. Man kann es im Liegen oder Sitzen üben und prinzipiell bei langer Übung sogar im Stehen, z.B. für Kurzformen im Alltag.

Aber wie wirkt das Autogene Training denn eigentlich?
Wer die Methode nicht kennt, wird sich sicher fragen, wie es eine Wirkung haben kann,
wenn man sich im Stillen Sätze vorsagt wie zum Beispiel „Ich bin ganz ruhig.“
Dass dies tatsächlich bei längerer Übung eine beruhigende und entspannende Wirkung auf Körper und Geist hat, habe ich selbst durch das regelmäßige Training zu spüren bekommen. Am Ende konnte ich es sogar in ganz kurzen Arbeitspausen einfach anwenden.

An dieser Stelle möchte ich auf einen interessanten Versuch hinweisen, der diese Wirkung veranschaulichen kann – vielleicht möchten Sie diesen einmal selbst ausprobieren:

Der Chevreul’sche Pendelversuch* (nach dem Marquis de Chevreul)
Dieser Versuch sieht nun auf den ersten Blick ziemlich esoterisch aus, ist er aber gar nicht. Warum das so ist, verrate ich am Ende.

Nehmen Sie eine Kette von etwa 15 cm Länge mit einem Ring daran, der als Pendel dient,
z.B. eine Halskette.

Halten Sie bitte die Kette locker zwischen den Fingern, bei angehobenem, im Ellenbogen gebeugten, völlig entspannten Arm. Vermeiden Sie es dabei, den Ellenbogen oder die Hand aufzustützen. Halten Sie das Pendel einmal so still wie möglich…

Nun stellen Sie sich vor, dass das Pendel von links nach rechts pendelt…

Diese Vorstellung findet sich meistens nach kurzer Zeit tatsächlich in einer entsprechenden leichten Pendelbewegung wieder.

Nun versuchen Sie es mit einer kreisenden Bewegung, im Uhrzeigersinn oder umgekehrt.
Stellen Sie sich diese einmal vor…

Und nun stellen Sie sich vor, das Pendel steht ganz still.

Dieser Pendelversuch  zeigt, dass allein die Vorstellung einer Bewegung tatsächlich zu dieser Bewegung führt. Das ist der sogenannte Carpenter-Effekt oder ideomotorischer Effekt**: das Sehen einer bestimmten Bewegung sowie – in schwächerem Maße – das Denken an eine bestimmte Bewegung löst die Tendenz zur Ausführung eben dieser Bewegung aus. Das liegt daran, dass die Vorstellung zu ganz feinen, bewusst kaum oder nicht wahrnehmbaren Muskelbewegungen in der Hand führt, so dass diese das Pendel ein wenig bewegt. Es ist also nichts Esoterisches dabei.
Der Versuch zeigt auch, wie stark (oder auch unterschiedlich) Selbstsuggestionen beim einzelnen Übenden wirken können. Hier wirkt also die Kraft der Gedanken.

Und dasselbe Prinzip wirkt auch beim Autogenen Training.

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Quellen zu diesem Text:
* vergleiche „Der Pendelversuch“ im Handbuch Autogenes Training von Dr. med Bernt Hoffmann, S. 230 -233.
** vergleiche http://de.wikipedia.org/wiki/Carpenter-Effekt

Zertifizierungen als Präventionskurse

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Ich freue mich. Mein Gruppenkurs für Progressive Muskelentspannung nach Jacobson wurde heute zertifiziert – wie zuvor bereits mein Gruppenkurs für Autogenes Training – von der Zentralen Prüfstelle Prävention und ist damit anerkannt als Präventionskurs nach § 20 Abs. 1 SGB V.

Was bedeutet das? KursteilnehmerInnen können sich die Kosten ganz oder teilweise von ihrer gesetzlichen Krankenkasse erstatten lassen. Bitte bei Interesse schon VOR der Kursteilnahme bei Ihrer gesetzlichen Krankenkasse erkundigen, ob eine Kostenerstattung möglich ist.

Bitte beachten Sie: Sie bezahlen den Kurs vorab selbst und erhalten dann von mir nach der Kursteilnahme eine Teilnahmebescheinigung, die Sie bitte bei Ihrer Krankenkasse einreichen.