Die Kraft der Gedanken – wie wirkt das Autogene Training?

“Jeder Gedanke, der einzig und allein von unserem Geist Besitz ergriffen hat,
wird wahr für uns und hat das Bestreben, zur Tat zu werden.”
(Charles Richet, französischer Mediziner und Nobelpreisträger)

Das Autogene Training ist sehr einfach zu lernen: Man muss sich nur sieben (oder acht) Sätze merken. Man kann es im Liegen oder Sitzen üben und prinzipiell bei langer Übung sogar im Stehen, z.B. für Kurzformen im Alltag.

Aber wie wirkt das Autogene Training denn eigentlich?
Wer die Methode nicht kennt, wird sich sicher fragen, wie es eine Wirkung haben kann,
wenn man sich im Stillen Sätze vorsagt wie zum Beispiel „Ich bin ganz ruhig.“
Dass dies tatsächlich bei längerer Übung eine beruhigende und entspannende Wirkung auf Körper und Geist hat, habe ich selbst durch das regelmäßige Training zu spüren bekommen. Am Ende konnte ich es sogar in ganz kurzen Arbeitspausen einfach anwenden.

An dieser Stelle möchte ich auf einen interessanten Versuch hinweisen, der diese Wirkung veranschaulichen kann – vielleicht möchten Sie diesen einmal selbst ausprobieren:

Der Chevreul’sche Pendelversuch* (nach dem Marquis de Chevreul)
Dieser Versuch sieht nun auf den ersten Blick ziemlich esoterisch aus, ist er aber gar nicht. Warum das so ist, verrate ich am Ende.

Nehmen Sie eine Kette von etwa 15 cm Länge mit einem Ring daran, der als Pendel dient,
z.B. eine Halskette.

Halten Sie bitte die Kette locker zwischen den Fingern, bei angehobenem, im Ellenbogen gebeugten, völlig entspannten Arm. Vermeiden Sie es dabei, den Ellenbogen oder die Hand aufzustützen. Halten Sie das Pendel einmal so still wie möglich…

Nun stellen Sie sich vor, dass das Pendel von links nach rechts pendelt…

Diese Vorstellung findet sich meistens nach kurzer Zeit tatsächlich in einer entsprechenden leichten Pendelbewegung wieder.

Nun versuchen Sie es mit einer kreisenden Bewegung, im Uhrzeigersinn oder umgekehrt.
Stellen Sie sich diese einmal vor…

Und nun stellen Sie sich vor, das Pendel steht ganz still.

Dieser Pendelversuch  zeigt, dass allein die Vorstellung einer Bewegung tatsächlich zu dieser Bewegung führt. Das ist der sogenannte Carpenter-Effekt oder ideomotorischer Effekt**: das Sehen einer bestimmten Bewegung sowie – in schwächerem Maße – das Denken an eine bestimmte Bewegung löst die Tendenz zur Ausführung eben dieser Bewegung aus. Das liegt daran, dass die Vorstellung zu ganz feinen, bewusst kaum oder nicht wahrnehmbaren Muskelbewegungen in der Hand führt, so dass diese das Pendel ein wenig bewegt. Es ist also nichts Esoterisches dabei.
Der Versuch zeigt auch, wie stark (oder auch unterschiedlich) Selbstsuggestionen beim einzelnen Übenden wirken können. Hier wirkt also die Kraft der Gedanken.

Und dasselbe Prinzip wirkt auch beim Autogenen Training.

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Quellen zu diesem Text:
* vergleiche „Der Pendelversuch“ im Handbuch Autogenes Training von Dr. med Bernt Hoffmann, S. 230 -233.
** vergleiche http://de.wikipedia.org/wiki/Carpenter-Effekt

Zertifizierungen als Präventionskurse

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Ich freue mich. Mein Gruppenkurs für Progressive Muskelentspannung nach Jacobson wurde heute zertifiziert – wie zuvor bereits mein Gruppenkurs für Autogenes Training – von der Zentralen Prüfstelle Prävention und ist damit anerkannt als Präventionskurs nach § 20 Abs. 1 SGB V.

Was bedeutet das? KursteilnehmerInnen können sich die Kosten ganz oder teilweise von ihrer gesetzlichen Krankenkasse erstatten lassen. Bitte bei Interesse schon VOR der Kursteilnahme bei Ihrer gesetzlichen Krankenkasse erkundigen, ob eine Kostenerstattung möglich ist.

Bitte beachten Sie: Sie bezahlen den Kurs vorab selbst und erhalten dann von mir nach der Kursteilnahme eine Teilnahmebescheinigung, die Sie bitte bei Ihrer Krankenkasse einreichen.